von Tamara Reisdorf, 15.05.2013

Das Thema Datenschutz ist in dem heutigen Medienzeitalter in aller Munde. Auch für den Bereich der Evaluation ist die Thematik von großer Bedeutung und passend dazu hielt der Arbeitskreis „Aus- und Weiterbildung in der Evaluation“ der Gesellschaft für Evaluation eine interaktive Frühjahrstagung ab.
Auf der Tagung wurden drei Vorträge gehalten, deren Folien auf dieser Seite nachzulesen sind. Dabei wurden Themengrundlagen wie das Bundesdatenschutzgesetz, Schutzziele und Einwilligungserklärungen behandelt und empfohlene Maßnahmen für Evaluationsunternehmen und Praxisbeispiele näher erläutert. Die Referenten Dr. Roland Habich (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung), Marc Jelitto (Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK des Bundesamtes für Umwelt in der Schweiz) und Reinhard Zweidler (Institut zur Evaluation von Webauftritten) lieferten aufgrund ihres fundierten Backgrounds einen Rundumblick zum Thema Datenschutz und Datensicherheit. Ferner konnte das interdisziplinäre Publikum Fragen zu dem Thema Datenschutz in der Evaluation stellen und sich über Fallbeispiele und eigene Erfahrungen austauschen.
Zusammenfassend bildete die Tagung einen soliden Grundstein zur Sensibilisierung für den Datenschutz in der Evaluation und bot eine gute Möglichkeit, die bestehenden Fragen und Unsicherheiten aufzugreifen.
Hier noch ein paar konkrete Tipps, die nicht nur für den Kontext der Evaluation hilfreich sind:
- Mit Boxcryptor lassen sich die Daten in der Dropbox verschlüsseln.
- Mit Truecrypt verschlüsselt man Daten in sogenannten Containern.
- Mit Owncloud und einem eigenen PHP-fähigen Server erhält man seine eigene Cloud.
- Personenbezogene Daten gehören nicht in Mails – zumindest nicht unverschlüsselt.
von Tamara Reisdorf, 08.05.2013
Bereits Mitte letzten Jahres hat der Nachwuchskreis der Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) das Ergebnis einer Recherche nach Dissertationen und Habilitationen vorgelegt, die sich mit dem Thema „Forschung über Evaluation“ beschäftigen. Als Ausgangsbasis der Recherche diente eine Suchanfrage bei der Deutschen Nationalbibliothek. Die Ergebnisse wurden in einer Excel-Datei aufgelistet. Zum damaligen Zeitpunkt handelte es sich um 34 Dissertationen und 2 Habilitationen. Nun wurde diese Datei aktualisiert und um einige Treffer erweitert.
Unter diesem Link kann der Verweis nachgelesen und die Excel Tabelle abgerufen werden.
Die Übersicht bietet einen ersten Einblick in den Status quo der Forschung über Evaluation im deutschsprachigen Raum; der optimale Einstieg für Qualifizierungsarbeiten, die sich mit Evaluation befassen.
von Tamara Reisdorf, 30.04.2013
Im vergangenen Wintersemester entwickelten wir innerhalb des Seminares „Einführung in die empirische Pädagogik und ihre Methoden“ an der Philipps Universität Marburg die Marburger Studierenden-Umfrage. Hierbei handelt es sich um eine Studie, die die Lebensqualität und das Verständnis von Nachhaltigkeit bei Marburger Studierenden erfassen soll.
Der Fragebogen wurde in der Lehrveranstaltung von Studierenden selbst entwickelt und umfasst die Themen finanzielle Situation und Wohnsituation, Freizeit, Bildung und Beruf, Lebensqualität, Infrastruktur, Zwischenmenschliches und Angaben zur eigenen Person. Insgesamt nahmen 1.444 StudentInnen an der Online-Befragung teil. Zusätzlich haben die Studierenden dabei die Möglichkeit erhalten, an einer Verlosung für Büchergutscheine teilzunehmen. Die Ergebnisse der Studie werden dann ab Sommer diesen Jahres auf unserer Homepage veröffentlicht.
von Tamara Reisdorf, 24.04.2013
Updates mit erweiterter Funktionalität, Neuentwicklungen, Open Source und kommerziell – bei der stetig zunehmenden Anzahl an guten Programmen für die sozialwissenschaftliche Analyse fällt es schwer, den Überblick zu behalten.

Auf der Internetseite „SoSiSo – Software im sozialwissenschaftlichen Forschungsprozess“ findet sich sowohl eine Softwareübersicht über diverse sozialwissenschaftliche Softwaretools als auch ein Blog mit detaillierten Beiträgen zu einzelnen Programmen. Die Seite ermöglicht gezielt in den Kategorien Ideenfindung, Literaturarbeit, Datenerhebung, Datenumwandlung, Datenanalyse, Publikation und Projektmanagement nach einer Software zu suchen. Dabei werden die Softwaretools in einer übersichtlichen Liste mit Angaben zum Namen, der Hauptkategorie, der Plattform, der Lizenz und der Webseite angegeben. Auch besteht die Möglichkeit bei einem Klick auf Details einen Screenshot der gewählten Software zu erhalten.

Insgesamt eignet sich die Seite sehr gut, für alle die auf der Suche nach der geeigneten sozialwissenschaftlichen Software sind. Hier bietet sich ForscherInnen und auch Studierende die Möglichkeit, schnell und ohne viel Aufwand ein Programm für ihre Forschungsprojekte und Abschlussarbeiten zu finden.
Link: http://www.sosciso.de/
von Tamara Reisdorf, 17.04.2013

Heute möchten wir eine Buchempfehlung aussprechen. Der Spiegel-Bestseller von Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff „Lügen mit Zahlen. Wie wir mit Statistik manipuliert werden.“ erschien 2011 in dem Wilhelm Heyne Verlag München. In zahlreichen Kapiteln stellt das Werk mit lockerem Ton und leicht nachvollziehbarer Sprache die Stolpersteine im Umgang mit Datengrafiken und Statistiken dar. Das Buch eignet sich für den “Hausgebrauch”, um die Zeitungsnachrichten verstehen, kritisch hinterfragen und (mehr oder weniger absichtlich) manipulative Inhalte entlarven zu können. Gleichzeitig bildet das Werk auch insbesondere eine sehr wertvolle Lektüre für alle, die sich professionell mit Statistik beschäftigen, sprich: Studierende in ihrem Studium und Wissenschaftler/innen in der Forschung.
In 16 einprägsamen Kapiteln werden große Mythen und Lügen, die uns täglich begegnen, aufgedeckt. So beschäftigt sich ein Kapitel mit diversen Zahlentricks, die häufig angewandt werden. Da geht es um das Wort „durchschnittlich“, welches am Beispiel Durchschnittseinkommens hinterfragt wird. Da es sich hierbei oft um das arithmetische Mittel handelt, welches sehr anfällig für Ausreißerwerte ist, weicht die Realität oft von den in der Presse bzw. der Politik angegebenen Zahlen ab. Deutlich wird dies an dem Beispiel des durchschnittlichen Geldes eines Haushalts. Gibt es dort ein paar wenige extreme Ausreißer nach oben, steigt der Wert folglich sofort nach oben, ohne dass die anderen Haushalte über mehr Geld verfügen. Auch wird hier mit dem Mysterium um die abnehmenden Arbeitslosenzahlen aufgeräumt. Die Arbeitslosenzahl sinkt nämlich dadurch, da sie nur eine bestimmte Definition von arbeitslosen Personen betrachtet. Dies beinhaltet jedoch nicht die 1-Euro-Jobber, kranke Personen und diverse Sondergruppen. Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass Zahlen nur das wider spiegeln, was ihre Definition vorgibt. Auch das Kapitel „Die Dummen und die Bösen“ stellt auf eine humorvolle Weise 15 Beispiele der Statistik-Täuschungen aus der Praxis vor. Hier wird u.a. der vermeintlich hohe Eisengehalt des Spinats aufgedeckt (bei dem es sich um einen Kommafehler handelt) und auch diverse Täuschungsmanöver, die dazu dienen sollen, Hartz-IV-Empfänger gut darzustellen, werden ans Tageslicht gebracht.
Besonders nützlich ist schließlich die enthaltene Checkliste „So prüfen Sie Statistiken“. Denn hier werden 15 Tipps gegeben, die sich einfach auf den Alltag anwenden lassen, wie zum Beispiel „Details zu den Daten anfordern“, „Trauen sie sich, selber nachzudenken“ und „Die Daten hinter den Grafiken anfordern“.
Zusammengefasst ist das Buch eine unterhaltsame Lektüre, die dazu anregt die anfallenden Statistiken und Aussagen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
Das Buch bei Amazon
Das Buch bei Weltbild
von Tamara Reisdorf, 09.04.2013

Das Medienmagazin “journalist” berichtete im Januar 2013 über innovative Arten der Datenvisualisierung.
Unter dem Titel: “Die besten Infografiken 2012″ liefert der Artikel einen Überblick über die Vorteile von Onlinegrafiken und stellt diese den Printformaten gegenüber. Durch eine große Bandbreite von Beispielen, die von den Olympiaergebnissen über die Geschichte Ruandas und den Bahn Verspätungen bis hin zu der Einstellung zu gleichgeschlechtlichen Ehen reicht, werden die diversen Arten der Onlinegrafiken vorgestellt. Die interaktiven Grafiken lassen sich schnell erfassen und um genauere Angaben und Informationen zu erhalten reicht ein Klick auf die selbige aus. Insgesamt plädiert der Artikel aus journalistischer Sicht für neue Maßstäbe in der Datenvisualisierung.
Die zusammengetragenen Visualisierungen sind größtenteils sehr innovativ und stellen eine interessante Inspirationsquelle für die Darstellung von Forschungsdaten dar.
Link: http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/tipps-fuer-den-berufsalltag/die-besten-infografiken-2012.html
von Stefan Rädiker, 14.11.2012
Im Sommer 2012 ist das neue Lehrbuch “Qualitative Inhaltsanalyse. Methoden, Praxis, Computerunterstützung” von Udo Kuckartz im Juventa Beltz Verlag erschienen. Es bietet eine verständliche Einführung in die qualitative Inhaltsanalyse, die eine wichtige Methode in Bereichen wie den Sozialwissenschaften, der Erziehungswissenschaft, Sozialer Arbeit, Psychologie sowie den Pflegewissenschaften darstellt.Die qualitative Inhaltsanalyse wird zum Beispiel zur systematischen Auswertung von qualitativen Interviews, Gruppendiskussionen, Beobachtungsprotokollen oder Feldnotizen angewandt.
Dargestellt werden die Phasen des inhaltsanalytischen Auswertungsprozesses, außerdem werden drei Basismethoden anwendungsbezogen erläutert: inhaltlich strukturierende, evaluative und typenbildende qualitative Inhaltsanalyse. Anknüpfend daran wird der komplette computergestützte Ablauf der Analyse verdeutlicht, von der Transkription bis hin zur komplexen Ergebnisdarstellung.
Die Lektüre unterstützt die Leser/innen bei der Planung und selbstständigen Durchführung einer computergestützten Inhaltsanalyse qualitativer Daten.
Webseite zum Buch: www.qualitativeinhaltsanalyse.de
von Stefan Rädiker, 01.11.2012
In den letzten Jahren haben Diskursanalysen einen enormen Aufschwung in den Sozialwissenschaften erlebt. Maßgeblich zur theoretischen Aufarbeitung und praktischen Anwendbarkeit der Diskursanalysen beigetragen hat Prof. Dr. Reiner Keller, der seit Herbst 2011 an der Universität Augsburg den Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie und Wissenssoziologie bekleidet. Sein Einführungswerk “Diskursforschung” erschien 2012 bereits in der vierten Auflage und das “Handbuch Sozialwissenschaftliche Diskursanalyse” (herausgegeben zusammen mit Andreas Hirseland, Werner Schneider und Willy Viehöver) in dritter Auflage.
Auf Einladung der Marburger Arbeitsgruppe für Methoden & Evaluation wird Herr Prof. Dr. Reiner Keller am 22. November 2012 in Marburg einen Vortrag über “Diskursanalysen und ihre Anwendungsgebiete” halten. Dabei stehen neben einer kurzen Einführung in die Methode(n) auch Einblicke in die Forschungspraxis auf dem Programm.
Ort: Lern- und Forschungswerkstatt (Seminarraum 1) im Pilgrimstein 2, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg. Zeit: 14-16 Uhr.
Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme!
von Stefan Rädiker, 12.09.2012
Heute möchten wir Sie auf eine interessante Veranstaltung des Zentrums für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) der Universität Magdeburg aufmerksam machen. Vom 19. – 20. Oktober 2012 findet dort eine Tagung für NachwuchsforscherInnen statt, die sich mit dem Forschungsschwerpunkt Gesundheit beschäftigt, den das ZSM neben den Themen Profession, Medien und Methodenentwicklung fokussiert.
Die NachwuchsforscherInnentagung ist auf der Ebene zwischen einer professionellen Fachtagung und einem Methodenworkshop mit Forschungswerkstattcharakter angesiedelt. Sie versteht sich als versteht sich als Fortführung des Magdeburger Methodenworkshops.
Weitere Informationen gibt es hier
von Stefan Rädiker, 08.09.2012
Insbesondere für Kurzentschlossene wollen wir noch einmal auf die anstehende 15. Jahrestagung der Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) hinweisen, deren Anmeldeschluss bereits am Montag, den 10.09.2012 endet!
Die Tagung unter dem Motto “Evaluation – Evidenz – Effekte” findet vom 19. bis 21. September 2012 im Zentrum für Qualitätsentwicklung in Lehre und Studium an der Universität Potsdam statt.
Auch MAGMA wird dort aktiv vertreten sein: Stefan Rädiker bietet zusammen mit Jan Hense von der LMU München den Workshop “Erfolgreiche Gestaltung und Durchführung von Online-Befragungen” an und wird beim “Treffen des (wissenschaftlichen) Nachwuchses im Evaluationsbereich” und bei der Session zu “Evaluation Capacity Building als Ansatz zur Förderung evidenzbasierten Handelns in Organisationen und Institutionen” dabei sein.
MAGMA freut sich auf alle begeisterten (Nachwuchs-)ForscherInnen und EvaluatorInnen!
Hier geht es zur DeGEval-Homepage
(Textvorlage von Carina Kühr)
von Claus Stefer, 17.07.2012
Von 4. bis 6. September 2012 finden in Marburg die nächsten Workshops von MAGMA zu den Themen Qualtiative Sozialforschung und MAXQDA statt. Am ersten Tag führt ein Workshop in die Grundlagen qualitativen Arbeitens ein. Theoretische Grundlagen werden ebenso vorgestellt wie bewährte Techniken zur Analyse nicht-standardisierter (“qualitativer”) Daten. Am nächsten Tag, dem 5.9.12, wird eine Einführung in MAXQDA, eine etablierte und weit verbreitete Software zur Auswertung qualitativer Daten angeboten. Am letzten Tag, dem 6.9.12, besteht die Möglichkeit, im Rahmen eines Aufbau-Kurses Möglichkeiten zur fortgeschrittene Datenanalyse in MAXQDA kennzulernen. Für Studierende und Promovierende werden ermäßigte Preise angeboten.
Alle Informationen zu diesem Workshops, den genauen Inhalten und Hintergründen finden Sie auf unserer Homepage.
von Stefan Rädiker, 25.06.2012
Kürzlich ist ein neues Buch im Verlag Beltz Juventa erschienen, das von zwei Mitgliedern unserer Arbeitsgruppe herausgegeben wird:
“Erziehungswissenschaftliche Evaluationspraxis. Beispiele – Konzepte – Methoden” präsentiert anhand von vielfältigen Beispielen praxisnah die thematische Vielfalt der Evaluation im Bereich von Bildung und Erziehung.
Der Band beleuchtet aus unterschiedlichen Perspektiven verschiedene Aspekte erziehungswissenschaftlicher Evaluationspraxis und dokumentiert die vielfältige Evaluationsarbeit am Fachbereich “Erziehungswissenschaften” der Universität Marburg, da ausschließlich Beiträge aus Marburg zusammengetragen wurden.
Im ersten Teil des Buches findet sich eine Fülle von Reflexionen und Beschreibungen von Evaluationen in den Bereichen Hochschule, Schule, Weiterbildung, Beratung und Rehabilitationspädagogik. Der zweite Teil widmet sich Evaluationskonzepten und Forschungsmethoden (z.B. dem Ansatz der transformativen Evaluation, Mixed-Methods- und Online-Befragungen in der Evaluation) und geht auf erforderliche Kompetenzen der Evaluierenden ein.
Hier finden sich weitere Informationen zum Buch.
Erziehungswissenschaftliche Evaluationspraxis. Beispiele – Konzepte – Methoden.
Udo Kuckartz, Stefan Rädiker
Beltz Juventa 2012, 232 Seiten
ISBN 978-3-7799-2816-4
Preis: 34,95 €